Gatte: Na? Hattest du einen geistigen Erguss?
Miri: Ja, ich habe mich geistig ergossen. Ich hab mich sogar so geistig ergossen, dass dem Ganzen irgendwie der Witz fehlt.
Gatte: Nee, das geht aber nicht! Du musst doch auch an deine Zielgruppe denken…
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Daniela „Es ist unglaublich, dass du schon nach drei Tagen alleine galoppieren kannst…“
Abdul: „Ja, Naturtalent.“
Daniela: „Ja, das liegt daran, dass du keine Angst hast…“
Angst? Angst ist nur ein Gefühl…
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Angst ist ein menschliches Grundgefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein. Begrifflich wird dabei die objektunbestimmte Angst von der objektbezogenen Furcht unterschieden. Weiterhin lässt sich die aktuelle Emotion Angst unterscheiden von der Persönlichkeitseigenschaft Ängstlichkeit, also häufiger und intensiver Angst zu fühlen als andere Menschen.
Evolutionsgeschichtlich hat die Angst eine wichtige Funktion als ein die Sinne schärfender Schutzmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten (etwa Flucht) einleitet. Da die Kosten einer Flucht gering sind (wenige hundert kcal), die Kosten einer übersehenen Bedrohung aber sehr hoch sein können (Tod), ist die „Alarmanlage“ Angst sehr empfindlich eingestellt, was in vielen Fehlalarmen resultiert. (Wikipedia, 29.11.2009)
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„…das liegt daran, dass du keine Angst hast…“
Ist das so?
Miri die Furchtlose?
Miri die Mutige?
Und ist der Mutige auch gleichzeitig furchtlos?
Mutig, das Gegenteil von Angst?
In der Tat war ich immer ein sehr ängstliches Kind.
Ein ängstlich erzogenes kleines Mädel. „Pass auf, du könntest fallen!“ „Sei vorsichtig, sonst tust du dir weh!“ „Geh nicht so nah daran, da geht´ s steil runter!“ …
Da schafft es auch der ehrgeizige Papa nicht mehr, das verweichlichte Mädel im Schwimmbad auf den Dreimeterturm zu locken mit der Perspektive auf ein leckeres Eis am Stiehl als angemessene Entlohnung für den vermeintlichen Todessprung.
Was die Mami einmal erziehungstechnisch versaut hat, das kann auch der Papa mit dem Eis am Stiehl nicht mehr korrigieren.
Falsches Anreizsystem? Oder einfach komplett falscher Therapieansatz?
Und so dümpelte ich weiter ängstlich vor mir hin. Keine Sprünge vom Dreimeterturm, keine Looping- Achterbahnen im Freizeitpark, panisches Wegrennen vor Bienen und Wespen und keine Panoramablicke im Bergurlaub. Ein langweiliges Dasein. Ein Leben in selbstgesteckten Grenzen.
Aber mal ehrlich: „Da die Kosten einer Flucht gering sind (wenige hundert kcal), die Kosten einer übersehenen Bedrohung aber sehr hoch sein können (Tod), ist die „Alarmanlage“ Angst sehr empfindlich eingestellt,…“
Droht der Tod beim Sprung vom Dreimeterturm?
Droht der Tod in der Looping- Achterbahn?
Droht der Tod durch den Wespenstich?
Droht der Tod durch das Klettern zum Gipfelkreuz? (Na ja o.k- vermutlich eine Frage des Berges…)
Und selbst wenn der Tod droht- droht der nicht auch beim Überqueren einer Straße?
Kann mich nicht auch der Blitz beim Sch… treffen?
Also wie groß ist eigentlich die mögliche Gefahr?
Was wäre der Worst Case und wie groß ist dessen Eintrittswahrscheinlichkeit?
(Ohhhh- Fragen über Fragen- da kommt mir gerad ein Dejavu… alles fügt sich langsam zusammen in ein großes Ganzes. Alles im Leben macht irgendwann einmal einen Sinn… auch das Lernen von mü-sigma- Getöse! -Für alle die jetzt nicht durchblicken: Ihr könnt´ s ja mal googeln…)
Haben wir also die mögliche Gefahr analysiert, ist es an der Zeit eine Entscheidung zu treffen. Bleiben wir beim Dreimeterturmszenario: Was wäre hier der Worst Case? Der Tod? Tod durch Herzstillstand? Tod durch Aufklatschen? Tod durch Ertrinken? Und wie wahrscheinlich wäre nun das Eintreffen dieses schlimmsten anzunehmenden Ausgangs des gewagten Sprungs? Mal kurz nachdenken…
Tod durch Herzstillstand? Ein möglicher Herzfehler war mir nicht bekannt. Und wenn nun doch: gibt es einen schöneren Tod als im freien Flug einfach das Bewusstsein zu verlieren? Einfach zack und weg. Ist doch toll- na ja- vielleicht ein bisserl früh, aber wie gesagt, ich könnte ja auch morgen von einem herab fallenden Blumentopf erschlagen werden…
Tod durch Aufklatschen? Noch nie gehört.
Tod durch Ertrinken? Nein. Im Gegenteil: genug gut aussehende Rettungsschwimmer in Sicht.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. „Angst ist nur ein Gefühl, Angst ist nur ein Gefühl, Angst ist nur ein Gefühl“ pochte es in meinen Schläfen… Furchtlos setzte ich an zum Sprung in die Tiefe. Sekunden des Schwebens, ein Augenblick totaler Freiheit, Schwärme voller Glückshormone durchströmten mein Gehirn. Adrenalin- ich bin dein Junkie! Sorry, Papa, aber da kann ein Eis am Stiehl nicht mithalten.
Schon mal auf ner 12 m hohen Dachfirst gesessen und ins Ruhrtal geschaut?
Schon mal „Black Mamba“ in der ersten Reihe mit offenen Augen gefahren?
Schon mal von ner Wespe gestochen worden? (na ja gut, passt jetzt nicht so ganz hier hinein- tut aber tatsächlich gar nicht weh…)
Schon mal mit 50 Sachen auf nem Berberhengst am Strand entlang galoppiert?
Und alles davon war es genau in dem Moment wert (wir lassen den Wespenstich mal gerad außen vor…). Das alles war es genau in dem Moment wert, die eventuellen Kosten einer übersehenen Bedrohung in Kauf zu nehmen.
Kein Mut, keine Sorglosigkeit, sondern einfach nur das Auskosten eines einzigartigen Augenblicks. Eines Augenblicks, der das Leben doch eigentlich erst lebenswert macht.
Miri die Furchtlose? Nein ganz bestimmt nicht! Aber wer immer nur in Angst lebt, der ist doch eigentlich schon tot- oder? Und zum tot sein bin ich einfach noch zu jung!
Also: einfach mal ausprobieren! (oder vorher das Risiko quantifizieren und die Eintrittswahrscheinlichkeiten berechnen…)
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…und das nächste Mal springe ich vom Zehner…vielleicht.
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