Hallo Ihr Lieben!
Stress bedingt etwas verspätet.- Ach ja- „Stress“ hat man ja nicht mehr… man sagt dann ja „Ich habe viel zu tun im Moment…“
Kennt Ihr das nicht auch?
Weihnachten. Es duftet nach Gebäck, Tanne und Gänsebraten (es sei denn, Du hast nen künstlichen Baum und es gibt Kartoffelsalat mit Bockwurst), ein Turm Geschenke liegt unterm Baum, Weihnachtslieder erklingen und die Bescherung steht bevor.
Endlich ist es soweit! Die Geschenke werden überreicht.
Schon mal die Form begutachten. Eckig liegt es vor Dir, eingepackt in rot- grünem Weihnachtspapier. Kurz schütteln. Erkennt man was? Hört man was? Behutsam löst Du das Papier. Du kannst es noch nicht ganz sehen… es ist eine kleine Schachtel. Was mag drin sein? Die CD, die schon immer auf der Wunschliste ganz oben stand? Ein neues Krimi-Buch von Deinem Lieblingsautor? Das Parfum, über das Du schon die ganze letzte Zeit immer mal beiläufig gesprochen hast?
… Und dann öffnest Du den Deckel. Dunkel ist´s drinnen. Noch immer nichts zu sehen. Doch dann kommt es langsam zum Vorschein…
Grell strahlt es Dir entgegen. Blau. Gehäkelt. Mit weißen Blüten.
Ein Topflappen- Set.
In der Tat haben Mütter oftmals eine Vorliebe für Geschenke, für die andere keine Vorliebe haben.
Ich glaube, wir hatten schon mal das Thema mit den schwarzen Samt- Schlüpfern (und es waren wirklich Schlüpfer- das Wort „Slip“ konnte man hier wahrlich nicht mehr verwenden…). Zuletzt waren es immer Handtücher, die Mama M. als Beigabe den üblichen Gutscheinen beilegte…ein rosanes für mich und Nadine, ein blaues für Axel und Malte… die Horoskophase hatte sie eigentlich schon vor längerem hinter sich gelassen. Gefolgt von der Bettwäschephase, der Lebenshilfebuchphase, der Geschirrtücherphase….. na ja.
Wenn eine Mutter einmal in eine solche Phase eingetaucht ist, hält sich diese für gewöhnlich auch extrem hartnäckig.
Irgendwann fand ich auch schließlich heraus, warum:
Es fehlte das Feedback.
Also das richtige Feedback; denn auch Feedbackgeben will gelernt sein.
Habe ich jahrelang immer brav (denn brav wurde ich ja einst erzogen…) „Hm. Danke, ja, ganz nett.“ gesagt, nachdem ich das betagte, frisch aufgebügelte Geschenkpapier fein säuberlich geöffnet hatte, damit sie es anschließend wieder zufrieden zusammenfalten und im Geschenkpapierschrank verstauen konnte, so erkannte ich eines fernen Tages: Nur klare Ansagen können hier Abhilfe schaffen!
Auf zur Feedbackrunde!
Schritt eins: Die Rosskur: wir zerreißen das Papier!
Mama M.: kreisch! „Vorsicht! Du machst ja das Papier kaputt!!!“
Miri ginsend: „Richtig! Geschenke sollten ja Freude machen. Da muss der Spaß doch schon beim Auspacken beginnen!
Schritt zwei: Überrascht tun und sich noch nichts anmerken lassen:
Miri: „Ohhhhh! Ein lila Samtschlüpfer. Das ist ja lieb!“
Schritt drei: Vorsichtig das Nicht- Gefallen mitteilen:
Bedrückt und ein schlechtes Gewissen simulierend: „Hm. Ja. Aber anziehen werde ich den wohl niemals; das ist nicht so ganz mein Geschmack.“
Schritt vier: Loben und bedanken (pädagogisch sinnvoll, denn sonst ist der Abend gelaufen)
Miri milde lächelnd: „Aber trotzdem lieb gemeint! Vielen Dank!“
Schritt vier: Alternativen bieten und Nutzen herausstellen (auch pädagogisch sinnvoll, denn nur so legt man den Grundstein für zukünftig bessere Geschenke.)
Miri immer noch milde lächelnd: „Wenn Du nicht nur Gutscheine oder Geld schenken magst, leg doch einfach ne Packung Schokolade bei. Das immer gut und du brauchst dich gar nicht noch extra in den Vorweihnachtsrummel stürzen.“
Bedenke: das richtige Feedback zu geben verlangt natürlich nach ein wenig Übung.
Um mit einem Höchstmaß an Routine in die nächste Geschenk-Auspackphase zu starten, teste den Ablauf zunächst einige Male vor dem Spiegel. Hierbei solltest Du auch verschiedene Reaktionsszenarien berücksichtigen und durchspielen.
Einige Beispiele können hier sein:
Die Jähzornige:
Mutter knallt Dein Geschenk auf den Boden und schreit:
„Du undankbares Stück!“
Die Sensible:
Mutter senkt den Kopf und beginnt zu schluchtzen:
„Aber ich habe es doch nur gut gemeint…“
Die Gleichgültige:
„Mir gefällt´s. Dann nehm ich es halt.“
In jedem dieser drei Fälle gilt: Erst mal Ruhe bewahren!
Dann vorsichtig weiter nach dem o. g. Schema vorarbeiten.
ACHTUNG! Niemals den Fehler machen, keine Alternative zu nennen!!!
Warum?
Miri zerreißt das Papier.
Mama schluckt mit schmerzverzerrtem Blick.
Miri: „Oh! Ein Katzenhoroskopbuch!“
Mama: „Ja, du wolltest ja keins mehr, da dachte ich… für Charly…“
Miri: ???
Ich weiß gar nicht, wer von Euch als nächstes Geburtstag hat, aber ich werde Euch gern mit Rat und Tat beim Üben zur Seite stehen!
In diesem Sinne:
Habt ein schönes Restwochenende!